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Weisse Gegend - Fühlt die Gewalt in diesem Traum
(Lyrik)



Erstausgabe: Erschienen im Rowohlt Verlag,
Reinbek, 1981, Ausgabe vergriffen

Neuausgabe: Erschienen bei Buch&medi@,
München, 2000, ISBN 3-93-528413-6

Über dieses Buch: Dieter Schlesak suchte nach seiner Ankunft in Deutschland Zuflucht in der Toskana. Er lebt das komplizierte Drama eines Schriftstellers, der einerseits in der deutschen Sprache und Kultur verwurzelt ist, beides jedoch von seiner Alltagsbiographie fernhalten muß, um überleben zu können; und der andererseits gerade in der fürs persönliche Überleben notwendigen Isolation sich fast ausschließlich damit beschäftigen muß, die Verbindung mit dem Kulturraum aufrecht zu erhalten, in dem er nicht leben darf. (Werner Söllner)

Das Deutsche, das in ihm mehrfach gebrochen ist, auch von außen und aus der Distanz sehen, die verinnerlichten Mauern zerstören - das ist die historische Landschaft der "Weißen Gegend".



Leseprobe:
WIE ES WEITERGEHT

Tritt aus dem Bild heraus
Erzählungen vom alten Herrn
Der Welt
Wie er regiert
Was sichtbar ist
Doch nicht mehr existiert



Stimmen der Kritik:

Hier ist, um mit Musil zu reden, nicht nur eine neue Seele da, sondern auch der dazugehörige Stil. Das vitale Sprach- und Erfahrungsmaterial ist in großräumige Rhythmen übersetzt, die in der Ferne die Zentnerschwere einer lyrischen Tradition von Gryphius bis Günter und Klopstock ahnen lassen, bei denen die Form gerade noch die alles sprengende Erfahrung fasst... Man möchte auf die formale und sprachliche Kunstleistung hinweisen, auf die Vielfalt der Themen - und könnte doch nur sagen: Ecce Poeta. Viele dieser Gedichte lassen den Leser nicht los, sie greifen seine Erfahrung, sein Bewußtsein an.

(Walter Hinderer, Frankfurter Allgemeine Zeitung)


Da versucht einer, einen neuen Lebenszusammenhang herzustellen und mit diesem Versuch der Literatur wieder den Rang zurückzugewinnen, den sie bis James Joyce und auch noch im Scheitern Robert Musils gehabt hat: ihrer Zeit voraus zu sein. Mit dem intuitiven Blick des Lyrikers ließ sich fassen, was bisher unfaßbar erschien.

(Jürgen Serke)