Erstausgabe: Erschienen bei AKG-Verlag, Dinklage, 1995, ISBN 3-9283891-3-0
Über dieses Buch:
Das Motto von Laotse über das "Nichtsein" als Grund der Welt liegt nun im wahrsten Sinne des Wortes:
SO NAH, und ist doch auch SO FREMD; die Beschreibung von "Heimat" heute bewegt sich genau in diesem
schwierigen Umkreises eines Begriffes, der nicht mehr aufgeht, aufgeht uns nur, daß diese Nähe und
Ferne zugleich ein Begriffspaar ist, das immer schon in Bereiche des Erkennens gehörte, und daß in
ihm Leben und Erkennen, Erfahrung und Nachdenken zusammenkommen; für jene, die in der Fremde leben
und, wie man so schön sagt, Heimat nur noch im Herzen haben, träfe dieses zu und wäre sogar ein
Geschenk und Gewinn; es sind die "Chancen des Verlustes", auch des Heimat-Verlustes, des Boden-Verlustes, der wie ein Sog sein kann, lebenslange Beschäftigung mit einer Liebesgeschichte, die
andauert, weil das Objekt dieser Liebe ganz in der unerreichbaren Ferne, ja für immer
verlorengegangen ist. (Aus dem Vorwort)
Und dann
Nach einem Jahr nach zweien
Vernarbt der Flüchtling in uns
Nachts zwischen zwölf und eins
Geht er manchmal noch um
Tastend die Hände verletzt
am Grenzpfahl
Irr ich kann es nicht fassen das Land
Hinter der Tissa der Theiß.
Und dann
nach einem Jahr nach zweien
Bricht das Herz
von der Stange
Über sich selber den Stab