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Ziel dieses siebenbürgischen Kulturvereins ist es jungen Menschen der Stadt und der Region kulturelle Perspektiven, Identitäts– und Orientierungshilfe
zu bieten. Sich in diesem Übergangstadium einer schwierigen Entwicklung vom Postkommunismus in Richtung Europa zurechtzufinden, und ihre Aufgabe in
diesem Raum wahrzunehmen. Ein Vielvölker–Raum dessen Geschichte und Werte, die in dieser Stadt in hohem Masse von Deutschen (Siebenbürger Sachsen)
geprägt wurden, in ihr Bewusstsein und in ihre Identität aufzunehmen. Nur so hätten sie die Möglichkeit die Stadttradition und Geschichte, auch die
der Region, weiterzuführen, und diese nicht als Erbe des Totalitarismus und nun eines brutalen, wild gewordenen Kapitalismus in die Geschichtslosigkeit
eingehen zu lassen. Es wäre eine Leere, wo ihr einziges Ziel nur sein könnte, das Land zu verlassen, in den Westen auszuwandern. Und heimatlos zu werden.
Die Anerkennung ihrer Stadt und vieler anderer Stätten der Region als Weltkulturerbe könnte eine Hilfe sein, den Raum, in dem sie geboren wurden, als
Wert anzuerkennen. Ebenso das große Reise–Interesse an Siebenbürgen und nun auch der westlichen, vor allem der deutschen Wirtschaft an der Stadt und
der Region, die immer mehr zu ihrem Aufschwung beiträgt. Und zu Hoffnung Anlass gibt, dass hier, im Gegensatz zum Westen, nun tatsächlich eine
Goldgräberzeit beginnen könnte.
Dieser interethnische Verein stellt sich gleichzeitig das Ziel im Vielvölkerland Siebenbürgen zwischen den Sprachen, Kulturen und Zivilisationen zu
vermitteln, so vor allem die rumänisch–deutsche–ungarische Verständigung und im Besonderen die Verständigung mit der Romakultur und ihrem besonderen
Lebensstil zu fördern.
Und nicht zuletzt gilt es auch die deutsche Tradition und Kultur, die Geschichte und die Sprache, der von ihren deutschen Bewohnern zu einem Grossteil
verlassene Stadt weiter am Leben und im Gedächtnis zu erhalten, und die vielen Initiativen junger Rumänen, Ungarn und Roma, die längst begonnen haben,
die Stafette zu übernehmen und weiter zu tragen, zu fördern.
Die Voraussetzungen dafür hat vor allem die „Bergschule” in Schässburg geschaffen, und sie soll voll unterstützt werden; ebenso das rumänische Colegiu
Mircea Eliade, das in einem zur ADS gehörenden deutschen Sprach– und Literaturkabinett „Dieter Schlesak” deutsche Sprache und Kultur täglich fördert.
200 Schüler lernen in diesem Kabinett deutsch.
Gleichzeitig gilt es auch den Austausch und den Dialog mit dem Westen, vor allem mit Deutschland zu fördern, und diese oft weiße Landkarte Siebenbürgen
im Bewusstsein des Westens besser zu füllen und zu zeichnen, vor allem durch praktischen Austausch und Information, um nicht nur Tourismus und
Investition, sondern in Fortsetzung der früheren siebenbürgischen Tradition, ein besseres, genaueres und werthaltigeres Bild der Stadt und der
Region zu fördern, das im Bewusstsein der Westeuropäer oft nur durch Ceauşescu und Dracula bestimmt wird. Dazu soll vor allem in Verbindung mit
IBZ (der von der IFA gegründeten Organisation „Interetnica” in Schässburg) die geplante Teilname am EU–Projekt MELT 2008, ebenso die Partnerschaften vor allem
in Stuttgart dienen.
Das Gremium des Vereinsrates und der Mitglieder werden dafür sorgen, dass mit Hilfe der Spendengelder die oben gezeichneten Ziele durch die
Schaffung der entsprechenden Infrastruktur für den Verein und in Verbindung mit anderen Institutionen der Stadt: Rathaus, Bergschule,
Colegiu National „Mircea Eliade", Evangelisches Stadtpfarramt, etc. die Ziele auch in der Realität eine Wirkung haben können.
1. Dazu gehört in erster Reihe die Unterstützung und Ausgestaltung des deutschen Sprach– und Literaturkabinetts des Colegiu National Mircea Eliade,
in dessen Kabinetts– räumen täglich (am Vormittag) deutsche Sprache unterrichtet wird. Und dieses durchaus auch mit dem Ziel,
dass in der Stadt immer mehr Arbeitskräfte gebraucht werden, Tendenz zunehmend, die die deutsche Sprache beherrschen. Ganz abgesehen davon, dass
gerade in Siebenbürgen ein Austausch mit Deutschland eine lange Traditon hat!
2. Am Nachmittag werden in diesem Kabinett deutsche Bücher und Zeitschriften, CDs und Filme, ebenso ein Projektor und 3 PCs mit Internetanschluss zum
Studium zur Verfügung stehen. Wobei daran gedacht wird, dass vor allem auch über Internet Informationen zur siebenbürgischen und zur Stadtgeschichte
(Siebenbürgische Bibliothek Gundelsheim, Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas der Münchner Universität) eingeholt, ebenso deutsche
Zeitungen und Zeitschriften online gelesen werden können. Doch soll versucht werden auf dem Weg von Abo–Schenkungen und auch einigen wenigen Abos die
wichtigste deutsche Presse zugänglich zu machen. Ebenso die rumäniendeutsche im In– und Ausland.
3. Am Abend sollen mindestens zweimal im Monat Gesprächsabende, Vorträge, Diskussionen, Lesungen. Workshops, auch literarische Schreibkurse
abgehalten werden, im Sinne der in den Zielen genannten Aufgaben und Vorstellungen. Auch deutsche Sprachkurse für Erwachsene sind eingeplant.
4. Es wird daran gedacht, Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, und auch von den germanistischen Lehrstühlen des Landes als Sprachlehrer,
aber auch zu Lesungen und Vorträgen einzuladen, ebenso Lehrer, Studenten und Doktoranden aus dem In– und Ausland, die vor allem die beiden Diktaturen
im 20. Jahrhundert hier untersuchen könnten.. Der Schüler– und Jugendaustausch
mit dem Ausland soll gefördert und organisiert werden. Wobei bei all diesen Aktivitäten nicht nur an Schässburg sondern an die ganze Region gedacht
wird. Eine Verbindung zu Institutionen mit ähnlichen Zielen, so zur IFA, den deutschen, schweizer, österreichischen und luxemburger Kulturinstituten
und Goetheinstituten, den germanistischen Lehrstühlen wird angestrebt. Sich einzubringen, denn Hermannstadt ist 2007 gemeinsam mit Luxemburg Europäische
Kulturhauptstadt.
5. Für ausländische Gäste und Gäste aus anderen Städten ist eine Unterkunft nötig. Daher ist geplant, mit dem Vereinskapital das Haus des
Vereinssitzes Baiergasse 49 mit zwei Appartements auszubauen.
Das Projekt „Schässburger Stadtschreiber” im Zinngießerturm soll gemeinsam mit dem Rathaus finanziell und organisatorisch gefördert, der Ausbau
des Turmes vorangetrieben werden zur Wohnmöglichkeit für Autoren aus dem In– und Ausland, die, wie andere Stadtschreiber auch, kulturelle Aufgaben
übernehmen, Gespräche und Lesungen, Abende organisieren. Und als ost–westliche Botschafter und als „Stadtbotschafter” wirken könnten.