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Rumänien war 1989 und ist auch heute in einem beispiellosen und rasanten historischen Transit zu einem neuen globalen Europa das extremste
Beispiel im Osten. Es ist neben Polen das größte und bevölkerungsreichste Land, und als Brücke zwischen Ost und West an die ehemalige
Sowjetunion und ans Schwarze Meer, an die Türkei grenzend, geopolitisch das wichtigste Land des neuen Beitrittsgebietes.
Es ist auch im Innern
mit seinen drei historischen Provinzen: dem ehemals mitteleuropäischen Transsylvanien, zu dem auch das Banat und die Maramureş gehören, dann der
Moldau mit der Bukowina und Bessarabien, schließlich der balkannahen Walachei mit der Dobrudscha und Oltenien, das vielfältigste Land Europas mit
einer gemischten Bevölkerung auf kleinstem Raum. Es gibt sehr viele Spannungen, die jederzeit explodieren können, vor allem in Transsylvanien (wo
die Grenze zwischen Mitteleuropa und dem südöstlichen Übergang zum Balkan verläuft!)
Von Rumänien ist in Westeuropa immer noch wenig bekannt. Es ist weder nur das Land Draculas, der Straßenkinder und streunenden Hunde, der
prügelnden Bergleute, der Securitate Ceauşescus, der Zigeuner, der Moldauklöster, des Donaudeltas, sondern es ist bis in die Sprache, den
Lebensstil, die Menschen von einer Symbiose von Einflüssen und Kulturen geprägt, die ihresgleichen sucht: ostwestlich, türkisch, byzantinisch,
orthodox, römisch, dakisch; es gab slawische, französische, deutsche, ungarische, habsburgische, russische Einflüsse; es gibt kaum ein Land
in Europa, das so eine Synthese bietet. Dazu historisch zwei blutige Diktaturen: den Faschismus und den Kommunismus.
Die Hure Historie und ihre
Blutspur haben dieses Land und auch die Mentalität seiner Bewohner tief geprägt. Andererseits ist Rumänien und seine Bevölkerung ein zu sehr
geschlossener und auf seine Eigenart starrsinnig pochender geopolitischer Raum, der Archaisches bewahrt – trotz radikaler Umbrüche durch den
Kommunismus und jetzt durch die postkommunistische Wende, die das Land immer weiter nach Westen verschiebt.
Öffnung und kultureller, politischer und wirtschaftlicher Dialog, vor allem praktische Entwicklungshilfe ist im Hinblick auf den eben vollzogenen
Beitritt 2007 dringend geboten. Die ADS 2007 möchte in Siebenbürgen nicht nur auf regionaler und kommunaler Ebene, sondern auch in Deutschland
und Italien und anderen Ländern Europas Brücken bauen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihren Beitrag leisten.
Sighişoara (dt.: Schäßburg, ungarisch: Segesvár) liegt auf 46° 12 nördlicher Breite, 24° 48 östlicher Länge im Bezirk Mureş (Siebenbürgen, Rumänien) und gehört hier zu den bedeutenderen Städten. Sie liegt am Fluss Târnava Mare (dt. Große Kokel) im Kokeltal. Im Jahre 2002 hatte Schäßburg 32.287 Einwohner.
Sighişoara wurde mit der Bezeichnung Schäßburg in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von deutschen Einwanderern, den sogannten Siebenbürger Sachsen, gegründet. Im Jahre 1280 ist es als Castrum Sex das erste Mal urkundlich überliefert. 1298 wird es als Schespurch und 1337 mit dem ungarischen Namen Seguzwar erwähnt. 1435 taucht der aus dem Ungarischen entlehnte rumänische Name Sigisoara erstmals schriftlich auf. Schlacht bei Segesvár (Schäßburg) am 31. Juli 1849. Daneben wird die literarische Gestalt "Dracula" von Bram Stoker oft mit Sighi?oara in Verbindung gebracht, da Vlad Draculea III. in der Stadt geboren wurde. Die Planung eines "Dracula"–Freizeitparks in den Jahren 2001/2002 stieß sowohl bei der einheimischen Bevölkerung als auch bei den heute ganz überwiegend in Deutschland lebenden Siebenbürger Sachsen aus der Region auf heftige Kritik, Prinz Charles persönlich kam sogar um sich gegen den Bau auszusprechen.
Das historische Zentrum: Es wurde 1999 zum Unesco–Weltkulturerbe erklärt. Schäßburger Bergkirche: Ausgestellt sind hier alte Stollentruhen aus dem 16. Jahrhundert, die ursprünglich aus der Kirchenburg Henndorf stammen.
Geboren
Dr. Carl Wolff (* 11. Oktober 1849; † 3. Oktober 1929), Volkswirtschaftler, Journalist und Politiker
Dieter Schlesak (* 7. August 1934), Schriftsteller und Mitglied des Deutschen P.E.N.–Zentrums
Marie Stritt (* 18. Februar 1855; † 16. September 1928 in Dresden), Urnengrab in Schäßburg, deutsche Frauenrechtlerin
Vlad Dr?culea III. (* 1431; † 1476), Fürst der Walachei, bekannt als Dracula
Gestorben
Johann Baumgarten (* 1765 in Luckau / Niederlausitz, † 1843), Botaniker
http://www.siebenbuerger.de/ortschaften/schaessburg
http://www.bergschule-schaessburg.de
http://www.sighisoara.com
Schäßburg in Siebenbürgen, Rumänien – Homepage
Schäßburger Nachrichten
Div. Veröffentlichungen
www.geocities.com/Transsylvania
G. Baltag: Sighişoara, Schäßburg, Segesvár
Christoph Machat (Hrsg): Denkmaltopographie Siebenbürgen. Stadt Schässburg, Rheinland–Verlag GmbH, Köln 2002
Dieter Schlesak: Eine transsylvanische Reise. Ost–West–Passagen am Beispiel Rumäniens, Edition Köln, 2004
Brigitta Gabriela Hannover: Rumänien entdecken. Kunstschätze und Naturschönheiten. Trescher Verlag, Berlin 2002
Harald Roth: Kleine Geschichte Siebenbürgens, Böhlau Verlag, Köln Weimar Wien 2003
Georg Gerster, Martin Rill: Siebenbürgen im Flug. Wehrkirchen, Dörfer, Städte und Landschaften. Edition Wort und Welt, München 1997
Heinz Brantsch, Heinz Heltmann und Walter Lingner: Schässburg. Bild einer siebenbürgischen Stadt, Rautenberg Verlag, Leer 1998
Schässburger Nachrichten. Redaktion Walter Lingner. 40627 Düsseldorf, Saganer Weg 36.