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Literaturkabinett „Dieter Schlesak”

Anfang November 2005 wurde am „Colegiul National „Mircea Eliade” in Schässburg das deutsche Sprach– und Literatur–Kabinett „Dieter Schlesak” eingeweiht

Schässburg verdankt der deutschen Gemeinschaft Jahrhunderte der Kultur und Zivilisation, die man auch heute in der architektonischen Geschlossenheit der Stadt, im Respekt für Korrektheit und Wahrheit, im Bemühen um die gut gemachte Arbeit, die bürgerlich–zivile Haltung und das mehrsprachige Zusammenleben wiederfinden kann.

Der auch heute wohlbekannte Traditionsbewahrung an der Bergschule, dem Theoretischen Lyzeum „Joseph Haltrich” ist es zu verdanken, dass die deutsche Sprache als Muttersprache zum Besten aller bis in die Gegenwart weiter besteht.

Leider hat das Studium der deutschen Sprache als moderner Sprache an unserem Lyzeum geringere Chancen gehabt. Gründe dafür gibt es, doch ihre Aufzählung würde eine exhausive Analyse erfordern, die viel zu viel Raum in dieser Zeitschrift einnehmen müsste.

Aus Respekt für alles, was die Sachsen in dieser Stadt geleistet haben, und ausgehend auch von der wirtschaftlichen Realität Schässburgs, in der deutsch–rumänische Firmen nach 1990 eine Rolle spielen, ausgehend also auch von der Nachfrage nach Arbeitskräften, die die deutsche Sprache beherrschen, und schliesslich ausgehend von der Bedeutung, die die deutsche Sprache heute als europäische Verkehrssprache einnimmt, hat die gegenwärtige Leitung des Nationalen Kollegs „Mircea Eliade” vielfältige Anstrengungen unternommen, um das Studium der deutschen Sprache sowohl an der ungarischen als auch an der rumänischen Abteilung im Rahmen des Lehrplans zu ermöglichen. Es wurden Schritte unternommen, um beginnend mit dem nächsten Schuljahr vom Schulinspektorat des Kreises, die Einführung einer zweisprachigen Klasse für Naturwissenschaften und eine erheblich erhöhte Wochen–Stundenzahl für Deutsch zu erreichen.

Da die gegenwärtige Leitung in ihrem Schulmanagements dem modernen Sprachstudium und der Informatik grösste Aufmerksamkeit und Wichtigkeit zumisst, haben wir die Zahl der Informatik–Kabinette von zwei auf drei erhöht und gleichzeitig um die Unterstützung der Eltern gebeten, so dass wir dreizehn neue Rechner und die für sie nötigen Möbel anschaffen konnten; wir haben ausserdem das italienische Sprachstudium als Wahlsprache für die humanistischen Klassen eingeführt, und konnten so die Italienischstudien einiger Kollegen gut einsetzen; wir haben schliesslich mit Hilfe der Kollegen Railey Graebner und Lia Suciu und mit Unterstützung des Friedenscorps aus den USA, den Saal „William Faulkner” für englische Intensivkurse eingerichtet, und in diesem Jahr haben wir nun das deutsche Sprachkabinett ins Leben gerufen. Es wird im neuen Gebäudeteil B der Schule seinen Sitz haben, ein Gebäudekomplex, der mit finanzieller Unterstützung des Rathauses und des Bürgermeisters Dorin Danesan persönlich, ehemaliger Schüler unserer Schule, von Grund auf renoviert wurde.

Das deutsche Sprach– und Literatur–Kabinett ist nicht sehr gross, doch geräumig genug, um eine Gruppe von Schülern zum Studium der deutschen Sprache aufzunehmen; nachmittags soll der Raum als Lesesaal genützt werden. Unser Wunsch ist es, dass dieses Zentrum auch für Begegnungen, Gespräche und später Veranstaltungen dienen soll, gedacht als eine Art „deutsches Konsulat”, wo deutsche Sprache und Kultur ein Zuhause haben.

Selbstverständlich muss dieses neue deutsche Zentrum auch einen Namen haben. Es gab einige Vorschläge: „Goethe”, „Schiller”, sowie auch andere grosse Namen der deutschen Kultur wurden genannt. Ich persönlich aber war dafür, dass es viel angebrachter wäre, wenn dieser Raum den Namen eins auch auf europäischer Ebene bekannten Schässburgers tragen würde, dem für seinen reichen literarischen Beitrag, sowie für die Verbreitung und Vertiefung der Werte dieses besonderen europäischen Raumes, Siebenbürgen genannt, weiter für die bedeutenden Übersetzungen aus dem Werk wichtiger rumänischer Schriftsteller, schliessluich für die langjährige Tätigkeit als Redakteur der siebenbürgischen Literaturzeitschrift „Vatra”, eine der am besten angesehenen Zeitschriften Rumäniens, die rumänische sowie auch die deutsche Literatur Dankbarkeit und Anerkennung erweisen. So wird unser deutsches Sprach– und Literatur–Kabinett den Namen von Herrn Dieter Schlesak tragen. Die Einweihung des deutschen Sprach– und Literatur–Kabinetts „Dieter Schlesak” fand Anfang November 2005 im Beisein des Autors und anderer Ehrengäste statt.

Mariana Gorczyca, Direktorin des Colegiu National „Mircea Eliade”, gorczycam@yahoo.com

Bankverbindung: RO97RNCB3630000038830001 – BCR Sighişoara